Schüler aus diesen Ländern:

Private Kleine Malakademie für alte Techniken



Lienhard Pallast


Siehe auch "Internetgalerie fuer Kunst eines Neuen Realismus" http://www.galerie-pallast.com

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Was ist alte Maltechnik? Was wird gelehrt?

Erster Hinweis: Über einige Versuche des Verfassers mit Leinölsorten und Bleiweiß im Rahmen einer laufenden Untersuchung altmeisterlicher Malweisen ist hier ein Beitrag zu näheren Erläuterung maltechnischer Besonderheiten alter Meister zu finden

Zweiter Hinweis: Zusätzliche Hinweise sind in dieser weiterführenden Literatur enthalten:
Link zum Malerbuch/malerbuch.htm"

»Malen lehren« heißt im allgemeinen, unvoreingenommene Menschen mit einer außergewöhnlichen und faszinierenden Tätigkeit bekanntzumachen. Die hier vorgestellte private »Malschule für alte Techniken« ist überdies als Lehrinstitut eine Seltenheit, denn das Malen in altmeisterlichen Techniken wird kaum noch gelehrt. Was sind das für Techniken? Sind sie in irgendeiner Weise von besonderem Vorteil?

Ausgangspunkt meiner pädagogischen Überlegungen war die Erkenntnis, daß auf jeden Anfänger im Bereich der Malerei außerordentlich viele Schwierigkeiten einstürmen, wenn er - gezwungen durch die vorherrschende »Prima-Malweise« - damit beginnen muß, Form und Farbe in einem Arbeitsgang gleichzeitig auf die Malfläche zu bringen. Das ist für Anfänger erfahrungsgemäß viel zu problematisch. Weil diese Primamalerei demnach für den Anfangsunterricht kaum geeignet ist, habe ich mich rückbesonnen auf die äußerst bequeme Arbeitsteilung, die in der altmeisterlichen Malweise gegründet ist.

Hierbei wird zuerst lediglich - im Rahmen der naturalistischen Malweise - die Form ausgemalt. Monochrom! Auch für Anfänger mormalerweise kein unüberwindliches Problem.

Über die monochrome Form werden erst nach Durchtrocknen dieser »Untermalung« die notwendigen Farben gelegt. Schicht für Schicht.

Prof. Kurt Wehlte, Verfasser des Buchs "Werkstoffe und Techniken der Malerei" (1990, Otto Maier Verlag, Ravensburg), vermerkte auf Seite 528 wörtlich:

"Der Verfasser sieht nur einen pädagogoschen Fehler darin, daß fast überall gerade mit der Primamalerei, also mit derjenigen Technik begonnen wird, welche künstlerisch die größten Schwieigkeiten bereitet und infolgedessen schon eine ziemlich große Sicherheit im gleichzeitigen Gestalten von Form und Farbe verlangt."

Aber nicht nur Anfängern bietet die altmeisterliche Malweise Vorteile. Dazu sei allgemein angemerkt:

Vor etwa 500 Jahren begannen die alten Meister im wesentlichen nach Rezepten, von denen prinzipiell gesagt wird, daß sie von den Gebrüdern Van Eyck stammen, mit bereits bekannten oder neu hinzugekommenen Farbpigmenten in Pulverform, Knochenleim, Gips, Eigelb und Eiweiß, Kasein, an der Sonne eingedicktem Leinöl, Mastix- und Dammarfirnis sowie Venetianer Terpentin zu malen. Die urtümlichen Malrezepte und ihre zugehörigen Maltechniken und -weisen sind im vergangenen Jahrhundert wiederentdeckt und in der Fachliteratur (Prof. Doerner und Prof. Wehlte) weitgehend beschrieben worden; der Vorgang ihrer Erforschung und Beschreibung ist noch nicht abgeschlossen. Sie wurden in dieser Malschule aufgegriffen und nützen Anfängern und Fortgeschrittenen. Was bedeutet dies im einzelnen?

Altmeisterliche Malweise beginnt mit der Anlage des gesamten Bildes (»Formgebung«) in nur einer Grundfarbe. Vorteil: SchülerInnen brauchen sich, wenn sie ein Bild beginnen, vorerst überhaupt nicht um die weitere Farbgebung zu kümmern. Erst, wenn das Bild in seiner Grundfarbe vollständig und in allen Einzelheiten aufgebaut ist, werden die dazu »passenden« weiteren Farben ausgesucht und - genau wie vor 500 Jahren - in einzelnen Schichten darüber gelegt (lasiert). Das lernt man in dieser Malschule. Dem Fortgeschrittenen eröffnen sich durch die Schichtenmalerei völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten und Erlebniswelten.

Wer folglich eine bestimmte Grüntönung erzielen möchte, mischt nicht mehr Blau und Gelb auf der Palette zusammen, sondern legt zuerst gelb auf die Malfläche und nach Trocknung dieser Schicht leicht Blau darüber; folglich bildet sich das angestrebte Grün im Auge des Betrachters aufgrund zweier durchscheinender Farbschichten. Das Ergebnis Grün wird interessant und rätselhaft. Es ist nicht durch direktes Farbmischen von der Palette nachahmbar.


Hier stellt der Verfasser gerade die monochrome Untermalung
(»Weißhöhung« nach Doerner) für ein Portrait her

Die Weißhöhung wurde festiggestellt

Die Farbgebung hat begonnen; zu sehen sind die groben Übermalungsanfänge,
die bereits erahnen lassen, in welcher Weise
das Bild weiterhin ausgearbeitet werden soll

Das Bild ist vollendet. Untermalung und Übermalung sind durchgeführt worden.

(Bearbeitungsstand: 01.02.2002)


Besonders angenehm fällt auf, daß jene angesprochene »Grundfarbe«, die anläßlich der monochromen Formgebung aufgetragen wird, dem Bild nach seiner Fertigstellung einen farblich sehr geschlossenen Ausdruck verleiht. Keine Einzelfarbe platzt mehr heraus, denn die monochrome Grundfarbe verbindet in Harmonie alle anderen Farben, weil sie mehr oder weniger aus dem Untergrund durchscheint.

Übereinandergelegte Lasurfarben ermöglichen auch die begehrten »Optischen Grauwerte« der alten Meister, die sich von jenen Grauwerten, die auf der Palette direkt vorgemischt werden, wohltuend unterscheiden.

Das Bild kann nicht mehr »schreiend bunt« werden, wie bei dilettantischen Malversuchen und nicht ganz professionellem Malunterricht so oft zu beobachten ist. Altmeisterliche Bilder wirken angenehm farbig statt bunt, weil alle Einzelfarben in die Grundfarbe gleichsam eingetaucht sind. Van Eyck, Tizian, Rubens und Rembrandt malten prinzipiell nicht anders.

Diese Malschule gibt in der Praxis altmeisterliches Technikwissen (nach Doerner und Wehlte) weiter und ist selbstverständlich bemüht, altmeisterliche Technik mit moderner Bildkomposition zu verknüpfen; sogar die moderne Malerei gewinnt durch die Anwendung dieser alten Technik neue Ausdrucksmöglichkeiten, denn sie läßt sich einwandfrei in die Gegenwart übertragen.

Anmerkungen zum Malen in der »PRIVATEN KLEINEN MALAKADEMIE«

Im Jahr 1996 wurde zusätzlich eine PRIVATE KLEINE MALAKADEMIE als neuer Fachbereich innerhalb der Malschule eingerichtet. Sie ist rein privater Natur, demnach offiziell nicht als Hochschule anerkannt und nicht bafög-berechtigt. Der Studienbetrieb lief Oktober 1996 an und bietet nach dem Studienplan, der abgefordert werden kann, ein spezielles Ergänzungsstudium für alte Maltechnik an. Nach Abschluß der Studienzeit - die im Normalfall drei Semester andauert - ist es möglich, daß die Studierenden ein freiwilliges Examen ablegen. Das Examen schließt eine Klausur und zwei selbständig anzufertigende Bilder (Portrait und Landschaft) als Diplomarbeiten ein. Das Bestehen des Examens wird durch ein Zertifikat bescheinigt. Begabte BewerberInnen werden voraussichtlich nach der genannten Studiendauer von drei Semestern in der Lage sein, ihr Studium erfolgreich abzuschließen.

Anmerkungen zum Können der BewerberInnen für »MALSCHULE« und »PRIVATE KLEINE MALAKADEMIE«

BewerberInnen für eine Ausbildung in der MALSCHULE können Anfänger oder Fortgeschrittene sein und sollten ausreichende malerische Begabung mitbringen, damit der Unterricht zum Erfolg führt; die Begabung läßt sich relativ leicht beurteilen, wenn BewerberInnen Probearbeiten vorlegen.

BewerberInnen für das dreisemestrige Studium im Fachbereich KLEINE MALAKADEMIE müssen jedoch unbedingt gute Begabung im Malen mitbringen, damit die theoretischen und praktischen Studien Aussicht auf Erfolg haben.

Der Unterricht wird in dieser MALSCHULE sowie in der KLEINEN MALAKADEMIE nur in effektiven Kleingruppen (bis zu vier SchülerInnen) durchgeführt; diese Konzeption wird beibehalten, weil ein verantwortbarer Lehrbetrieb kein Massenbetrieb sein kann.

Anmerkungen zur Verwendung der Fotografie im Malunterricht der »MALSCHULE« und »PRIVATEN KLEINEN MALAKADEMIE«

Wer altmeisterlich (und zugleich naturalistisch) malt, ist darauf angewiesen, daß sich sein Sujet (Portrait, Landschaft, Stilleben) während einer gegebenenfalls Wochen andauernden Malphase nicht wesentlich verändert; nicht verändert hinsichtlich Helligkeit, Lage, Beleuchtung und Farbwirkung. Die alten Meister arbeiteten deshalb mit entsprechenden Hilfsmitteln, deren Unzulänglichkeiten hinreichend bekannt sind: Skiz-zenblock, Gitterrahmen, Peileinrichtungen, Perspektivrahmen, Camera Obscura, Storchschnabel (Pantograph). Heutzutage sind Farbfotografie und Projektion endlich überlegene Hilfsmittel geworden und anerkannt.

Wer beispielsweise eine Landschaft im sich schnell verändernden Morgennebel erlebt, die bei aufgehender Sonne höchstens einige Minuten im Silberlicht liegt, wird dankbar seine Kamera als wertvolles optisches Notizbuch gebrauchen und sie nicht mehr missen mögen.

Prof. Doerner, Altmeister der wiedergefundenen altmeisterlichen Maltechniken, bemerkte zutreffend: »Die Fotografie vermag dem Maler wichtige Dienste zu leisten, ebenso die Projektion, so besonders dem Portraitmaler. Es ist lächerlich, wenn man da oft genug sagen hört, da sei ja nichts dahinter, Lenbach habe ja alles fotografiert. Es hat ihm noch keiner besser nachgemacht. ... Im Gegensatz zur Liebhaberfotografie erfordert die Verwendung für die Kunst ein außerordentliches fotografisches Können.«


Dieses fotografische Können wird hier auf Wunsch vermittelt. Ich kann auf umfangreiche photographische Erfahrungen (in vielen Ausstellungen dokumentiert) zurückgreifen:

Mönchen-Gladbach 1957 Internationale Photoausstellung, Silbermedaille

Köln 1958 Photokina »Wettbewerb Jugend photographiert«, Photokina-Urkunde

Tokio 1958 »The International Photographic Salon Of Japan«, goldene Auszeichnung

Offenburg 1958 Burda-Verlag, Sonderpreis Photowettbewerb, sowie weitere Ausstellungen:

Cineclub Biella 1956;

Beogradski Objektiv 1958;

Dieppois 1959 Photo-Ciné-Club;

Essen 1959 Folkwang-Museum;

Calais 1959 Photo-Club;

Dieppe 1959 Salon International d’Art Photographique

Hennef, im November 2000

Lienhard Pallast

mail@malschule-pallast.com

Stand der Bearbeitung: 08.01.07